WortSehnsucht - Sehnsucht nach Worten. Schreibpassion und Wortmalerei. Lyrik | Kurzprosa | Gedanken von Sella Moll. In Zeiten von Kurznachrichten, Smileys und GIFs: Ohne Worte verstummt die Welt, obwohl sie uns immer lauter erscheint.
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farben der nacht
meine atemzüge tragen den tag fort, seine letzten stunden verblassen, seine farben kehren um; die nacht invertiert die welt — das drama tropft aus der dunkelheit. aus den pfützen wird ein meer mit dunklem glanz, darunter wölbt sich der protest vom tag; stimmen von einer million gegen die diktatur; weit weg und doch so nah ...
der tag umspannt die welt, die nacht entzweit, teilt sie in traum und realität, doch der raum, in dem wir sind, ist immer gleich — unser raum, unsere luft, unser himmel um uns, über uns, wir alle atmen in demselben raum.
auch die nacht macht die welt nicht besser, sie kehrt nur die farben um, unter der dunkelheit pulsiert schon der tag; immer neuere züge erscheinen im wahren gesicht der welt und die sehnsucht nach schöneren zügen wird immer größer. aber von nichts kommt nichts.
das häßliche kommt nicht aus dem nichts, es wächst und gedeiht auch in der dunkelheit der nacht — irgendwo auf der welt ist gerade nacht.
©Sella Moll /2019
zukunftswind
auf traumpfaden
unterm frühlingsmond
gehe ich
verstaubte jahre liegen
hinter mir
zukunftswind weht mir
ins gesicht
regenrinnsal bedeckt
mein gesicht
meine blicke nach vorne
gerichtet
jeder schritt ein herzschlag
gedanken pochen
hinter den schläfen
träumen sich
in die freiheit gibt es
nie umsonst
ich habe genommen
und immer wieder gegeben—
geben müssen.
©Sella Moll /2019
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Lyrische Haftnotizen: suchen, finden
du suchst und findest nicht / du hast gefunden und hast gar nicht gesucht; nur danach suchen, was für dich zu finden ist, oder es findet dich, was du nicht zu suchen brauchst. ©Sella Moll
fluss der sehnsucht
lang und breit ist die sehnsucht wie ein fluss trägt er dich voran mit deinen träumen am ufer entlang bäume, äste gestrüpp zwischen ihnen schimmert das grau des alltags nebel hängt über der tage und jahre die zukunft im undurchdringlichen weiß eingehüllt nur der fluss der sehnsucht kennt ihr geheimnis er aber trägt dich schweigend weiter ...
deine sehnsucht bricht die stille ihre stimme ist das echo des regens der auf das grau zwischen den bäumen fällt doch es bleibt, wie es ist die farbe des alltags, der ewigen wiederholung und eintönigkeit wird nicht strahlend — der regen ist umsonst ...
©Sella Moll
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wir suchen mehr
wir suchen
mehr als das,
was da ist nie
genug von allem,
was wir haben nur das,
was uns nicht reicht die lebenszeit
für alles oder bleibt
so vieles nur ein traum
das leben ist zu kurz für all das,
was wir uns erträumen
und zu lange für das,
was wir nicht träumten,
aber bekommen ...
©Sella Moll /2019
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sternstunde der träume
woher
wohin
aus dem tag
in die nacht
aus dem grauen einerlei
auf das grenzenlose
feld der träume
wo alles so fremd, so neu
oder schon vertraut
weil die jahre die träume hüten
immer dieselben
nur die sterne warten geduldig
bis die träume
ins fleisch und blut übergehen
und ihre gestalt wahr wird
der sie träumt,
muss leben, wach sein
schritt halten mit der zeit
hoffen, dass ihn seine träume
nicht verlassen, wie die sterne,
warten — worauf?
auf den richtigen augenblick,
auf die sternstunde der träume.
©Sella Moll /2019
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wohin
aus dem tag
in die nacht
aus dem grauen einerlei
auf das grenzenlose
feld der träume
wo alles so fremd, so neu
oder schon vertraut
weil die jahre die träume hüten
immer dieselben
nur die sterne warten geduldig
bis die träume
ins fleisch und blut übergehen
und ihre gestalt wahr wird
der sie träumt,
muss leben, wach sein
schritt halten mit der zeit
hoffen, dass ihn seine träume
nicht verlassen, wie die sterne,
warten — worauf?
auf den richtigen augenblick,
auf die sternstunde der träume.
©Sella Moll /2019
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träume so nah
träume so nah
aus der sehnsucht geboren
von der stille umarmt
auf hoffnung gebettet
unter leuchtendem himmel
warten sie geduldig
bis wir sie finden
sie reichen uns die hand ...
©Sella Moll /2019
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aus der sehnsucht geboren
von der stille umarmt
auf hoffnung gebettet
unter leuchtendem himmel
warten sie geduldig
bis wir sie finden
sie reichen uns die hand ...
©Sella Moll /2019
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Zitat: Pläne und Träume
"Ich hatte ehrgeizige Pläne und hochtrabende Träume - doch die hatten auch der Dienstmann oder die Näherin, denn Träume hegen alle Leute: was uns unterscheidet, ist die Kraft, sie zu verwirklichen, oder das Schicksal, das sie für uns verwirklicht."
—Fernando Pessoa.
lichtloses labyrinth
zwischen traum und realität
klafft ein tiefer graben
für die brücke findet man
keinen stein, auch kein holz
im traum ist es hell
die realität ist grau
im graben knistert das dunkel
als tummelten sich giftige
schlangen in seinem rachen
wer da hineinfällt
kommt nicht mehr raus
ich bleibe lieber im traum
und lasse die Zeit
das grau vor mir schieben
die realität bleibt wie sie ist
ein lichtloses labyrinth ...
©Sella Moll /2019
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klafft ein tiefer graben
für die brücke findet man
keinen stein, auch kein holz
im traum ist es hell
die realität ist grau
im graben knistert das dunkel
als tummelten sich giftige
schlangen in seinem rachen
wer da hineinfällt
kommt nicht mehr raus
ich bleibe lieber im traum
und lasse die Zeit
das grau vor mir schieben
die realität bleibt wie sie ist
ein lichtloses labyrinth ...
©Sella Moll /2019
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zorn des windes
der wind blies in die segel, das schiff verließ den hafen, der kalte stahl der reling in unseren händen, sommersonnenlicht in unseren augen. lachende, jubelnde gesichter, ein fröhlicher aufbruch, tanzende wellen umschmeichelten unsere träume. wir fuhren in die himmelsweite, vor uns neue tage, die nächte hinter uns, die träume in uns, ohne worte. dann regen und sturm, wind fuhr in die wellen schlugen höher, das wasser kam näher, leckte das deck wie gierige zungen nach nahrung lechzen und die furcht wuchs.
die angst machte uns stumm, der glaube, dass beten hülfe gegen den zorn des windes, gegen den zorn des meeres oder gegen den zorn des himmels — was hatten wir getan, dass es geschah, niemand wusste es, aber es war noch zeit um die träume endgültig über bord zu werfen, es konnte noch hilfe kommen ...
©Sella Moll /2019
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das kleine glück
buntblühender frühling
heißroter sommer
rostbraunmilder herbst
gnädigweißer winter
ein jahr voller farben
herzgefühle und
seelensehnsucht
immer nach liebe,
nach glück
wie ahnungslos
die welt ist
von großen träumen
angetrieben
doch wie groß
das kleine glück
sein kann!
viele sehen und
bemerken es nicht ...
©Sella Moll /2019
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in der welt meiner träume
in meinen träumen
halte ich die welt
umschlungen
nur freude, frieden
glück in ihr
ihr atem ist voll
frühling und sommer
der trubel fällt leise
in den schoß der stille
leidensschreie
waffengeratter verstummen
alle dürfen sein in der welt
meiner träume.
©Sella Moll /2019
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halte ich die welt
umschlungen
nur freude, frieden
glück in ihr
ihr atem ist voll
frühling und sommer
der trubel fällt leise
in den schoß der stille
leidensschreie
waffengeratter verstummen
alle dürfen sein in der welt
meiner träume.
©Sella Moll /2019
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