WortSehnsucht - Sehnsucht nach Worten. Schreibpassion und Wortmalerei. Lyrik | Kurzprosa | Gedanken von Sella Moll. In Zeiten von Kurznachrichten, Smileys und GIFs: Ohne Worte verstummt die Welt, obwohl sie uns immer lauter erscheint.
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wie ein schneesturm
eine schlechte nachricht
ist wie ein schneesturm
man würde am liebsten
vor ihm flüchten
man bekommt sie mitgeteilt
und hat das gefühl
unter schneemassen
begraben zu sein
schneebedeckte hände
ringen um hilfe,
ragen zum himmel, doch
bleiben oft unsichtbar
wie die rufe,
die langsam verstummen
wenn keine hilfe naht ...
©Sella Moll /2019
tage mit ecken und kanten
tage mit ecken und kanten (die meisten), manchmal glatt (eher selten), der kopf geht verloren im pflichtuniversum; ich finde ihn wieder in deinen armen, du rettest ihn jeden abend und rückst ihn zurecht, zurück, ins jetzt, um da zu sein, in dem moment, der nur uns gehört ... ©Sella Moll
Lyrische Haftnotizen: suchen, finden
du suchst und findest nicht / du hast gefunden und hast gar nicht gesucht; nur danach suchen, was für dich zu finden ist, oder es findet dich, was du nicht zu suchen brauchst. ©Sella Moll
stilles leuchten
ein stilles leuchten
trotz wolken
und regen können
nicht so einfach
die frühlingsfarben
wegwischen
sie leuchten, sie glänzen
umso mehr
unter zitternden
regentropfen färben
die wolken frühlingsbunt,
wenn sie sich
darin widerspiegeln
nichts kann den frühling
mehr verjagen
er lebt und blüht
auch ohne sonnenstrahlen
aller wetterkapriolen zum trotz,
er bleibt bei uns.
©Sella Moll /2019
.
laute stunden, laute rufe
die stunden heute
sind laut
noch lauter die rufe
nach erneuerung der zeit
über nacht verschwindet
alles, was die monate
zuletzt mit empörung
gefüllt hat
alles neu macht der mai
es ist ein klischee, aber
manchmal doch zum lachen,
wie wahr es sein kann ...
©Sella Moll /2019
.
am ende des tages
auf nächtlichen straßen
stehle ich mich davon
lasse den sterbenden tag
hinter mir
er schenkte mir nichts
außer luft und atem
und das war schon viel.
die hoffnung wurde grau
wob sich in das muster
des dämmernden himmels hinein
leise, ohne klagen
ich hatte es nicht bemerkt
die hoffnung
auf dieses und jenes
doch am ende des tages
färbt sie sich grau
und schwindet
bis sie in der seele
der schwarzen nacht
verschwindet
ich finde sie nicht mehr
und auch die sonne
am morgen bringt sie mir
nicht mehr zurück.
©Sella Moll /2019
stehle ich mich davon
lasse den sterbenden tag
hinter mir
er schenkte mir nichts
außer luft und atem
und das war schon viel.
die hoffnung wurde grau
wob sich in das muster
des dämmernden himmels hinein
leise, ohne klagen
ich hatte es nicht bemerkt
die hoffnung
auf dieses und jenes
doch am ende des tages
färbt sie sich grau
und schwindet
bis sie in der seele
der schwarzen nacht
verschwindet
ich finde sie nicht mehr
und auch die sonne
am morgen bringt sie mir
nicht mehr zurück.
©Sella Moll /2019
gedanken, treue gefährten
meine gedanken
fliegen mit dem wind
durch die nacht
ich gehe zu bett
und sie gleiten rückwärts
durchbrechen schwere wolken
kämpfen sich durch
dunkelheit und nebel
bis sie mich wieder finden,
schlafend abwesend.
nur die toren meines geistes
sind offen geblieben
als hätte ich es geahnt
dass sie kommen würden
sie schlüpfen durch den spalt
und sind wieder bei mir
meine gedanken,
die treuen gefährten
unsichtbar, aber
immer präsent,
auch nachts.
©Sella Moll /2019
Photo by Kal Visuals on Unsplash
.
die schatten hinter dir
ich sehe die schatten
hinter dir
wo auch immer du bist,
sie folgen dir
sie sitzen
an einem tisch
mit uns
hören sie uns ...?
dreh dich um
blicke ihnen ins gesicht
eher verschwinden sie nicht ...
©Sella Moll /2019
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