wenn die kälte zwischen uns
die gefühle gefrieren lässt
wenn das schweigen
zwischen uns die worte
verstummen lässt
dann sind die tage
farblos unter grauen wolken
und die nacht dunkel
wie der tiefste abgrund
der himmel leergefegt—
die sterne leuchten
nicht mehr für uns
sie flüchten mit ihrem glanz,
wo gefühle noch warm
und worte lebendig sind,
auf weichen kissen
der liebe gebettet ...
©Sella Moll /2019
WortSehnsucht - Sehnsucht nach Worten. Schreibpassion und Wortmalerei. Lyrik | Kurzprosa | Gedanken von Sella Moll. In Zeiten von Kurznachrichten, Smileys und GIFs: Ohne Worte verstummt die Welt, obwohl sie uns immer lauter erscheint.
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aufruhr im inneren, tobende gedanken und gefühle
wenn gedanken zu laut pochen über dieses und jenes klagen, bis die wut in den tränen brennt und der widerstand im inneren so hart wie stahl, wie fels in der brandung nicht weicht, weil er sonst seinen willen verliert; ist man dann ein anderer, so brodelnd und rebellisch, als kämpfte man allein gegen die welt, als der, der man sonst ist, friedlich, wohlgesinnt und freundlich, liebend, höflich ...?
ist man nicht in der stille mehr sein eigenes selbst, wenn man seine gedanken lenkt, seine emotionen beherrscht und immer wieder merkt, wie der eigene verstand einen knechtet, alles besser weiß, sicherheit und bestätigung in allem sucht, was man denkt und tut?
das muster ist immer gleich, das spiel der macht zwischen verstand und der stimme des selbst; angst und verzweiflung säen, selbstvertrauen untergraben, zweifel nähren, das vertrauen im leben schmälern, das selbst zum sklaven machen. wer ist herr im eigenen haus? - das fragt man nicht, wenn man seine macht nicht abgibt, wenn man selbst über seine gefühle, gedanken herrscht; sie sind nicht mehr als hintergrundgeräusche, nur zu laut sollen sie nicht werden, das eigene selbst nicht übertönen.
das selbst findet seine stimme in der stille, wenn man wut, zweifel, enttäuschung und schmerz vorüberziehen, sie austoben lässt; das selbst ist der fels in der brandung, wenn es in der stille verharrt, wartend, bis der aufruhr der gefühle und gedanken verebbt ...
©Sella Moll /2019
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wir sind mehr als wir sind
wir sind mehr als wir sind, unser atem, unsere blicke, unsere gesten, das lächeln, die angst, die wut und die worte, die wir sprechen, unsere gedanken, die wir verschweigen, unsere taten, die mutig oder einfach bloß ein fehler waren, wir sind mehr, als wir es je zeigen können. denn das, was das mehr ausmacht, liegt tiefer, im dunklen meer der seele, dort keimt es und versucht zu blühen, das licht der welt, des lebens zu erhaschen, damit wir endlich wissen, wer wir wirkich sind. es ist das gute, ja, auch die liebe, die es so schwer haben, das dunkel durchzubrechen; zu mächtig sind die ängste, das mißtrauen, das fehlende vertrauen, zu viele enttäuschungen liegen wie skelette aus vergangenen zeiten im weg, mit staub bedeckt aber unvergessen, umsonst macht man sich die mühe, sie zu verdrängen. das gute, die liebe, sie möchten da sein, ein teil von uns sein, man vermisst sie, wenn sie es nicht schaffen, die hürden im inneren zu überwinden. sie brauchen hilfe und guten willen, damit sie unser dasein lebendiger machen können.
©Sella Moll /2019
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