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Fluss voller Worte

fluss voller worte, schreiben, gefühle, erinnerungen, erfahrungen, kummer, enttäuschungen, das leben, die zeit, vergessen, verdrängen, gegenwart, vergangenheit, kurzprosa, foto

das geschriebene fließt vor meinen augen, ein fluss voller worte, wie auch mein leben voller gedanken, erfahrungen, die mich begleiten, ungewollte und gewollte, abwartende, überstürzte ... die gefühle am grund des flusses, in der tiefe schlummernd, manche schon für tot erklärt und abgehakt; ich will sie nicht mehr sehen, nicht mehr fühlen — sie hatten nur kummer gebracht ...

doch an manchen tagen sind die gefühle rebellisch, brechen an die oberfläche, wo sie mit meinen worten zugedeckt in schach gehalten werden, damit sie die gegenwart nicht durchbrechen und ihr altes lied vom leid aufs neue singen können. des kampfes müde geworden, tauchen sie dann wieder in die tiefe hinab, in ihr dunkles grab voll schweigen und vergessen; ich warte, bis sie in der stille verstummen und ich warte, weiß nicht, wie lange schon darauf, dass sie auch aus meinem leben endlich verschwinden …


©Sella Moll /2019

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die last der schuld


die jahre wandern auf den pfaden des lebens, mit uns, vor uns, hinter uns, in drei richtungen fließt die zeit, mit uns und ohne uns, sie kennt keinen halt. warum krieg, mord und terror — nicht weil Gott es so will, die menschheit strengt sich nicht genug an. der mensch will herrschen, seinen willen, ideologien aufzwingen, beherrschen, schlagen, foltern, schmerz bereiten, bis der tod vor ihm, auf der schwelle steht und auch ihn selbst auslöscht. wieviel leid hat er über andere gebracht, wieviel von der welt hat er zerstört — seine verirrte seele schweigt, längst geflüchtet aus dem menschenmonster, der sich vom hass ernährt und wut speit; der nicht weiß, was leben heißt. der selbst von seiner eigenen unmenschlichkeit innerlich zerfressen auf den pfaden des lebens wandert und seine jahre nicht zählt, nur seine opfer, bis er in den brunnen seines eigenen hasses fällt; während die zeit unbeteiligt weiterfließt und die last der schuld von und an der menschheit immer schwerer wiegt — hinter uns, vor uns und mitten uns ...


©Sella Moll /2019

Foto:
National flower of Sri Lanka
von Kurt Stüber [1] [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
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im getriebe der zeit

im getriebe der zeit, vergänglichkeit, das leben, das meer, wellen, glück, leid, menschen, wir sind nur ein sandkorn im getriebe, keine spuren hinterlassen, gedankenlyrik, foto, natur, strand,
... wir sind nur ein sandkorn
in dem großen getriebe der zeit
wir kommen und vergehen,
werden von der zeit
zermalmt

das leben gönnt uns
ein paar schöne,
wertvolle augenblicke,
auch leid und traurigkeit,
und am ende landen wir
als sandkorn in den
unendlichen fluten
des meeres

unter wellen begraben,
als wären wir nie hier gewesen
unsere spuren verweht der wind ...


©Sella Moll /2019
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in der welt meiner träume

in der welt meiner träume, frieden, freude, glück, menschen, stille, leide, krieg, frühling, lyrik, foto, grafik,
in meinen träumen
halte ich die welt
umschlungen
nur freude, frieden
glück in ihr
ihr atem ist voll
frühling und sommer

der trubel fällt leise
in den schoß der stille
leidensschreie
waffengeratter verstummen
alle dürfen sein in der welt
meiner träume.


©Sella Moll /2019
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