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im zug, im nirgendwo

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der zug blieb plötzlich stehen, irgendwo im nirgendwo, oben die graue himmeldämmerung, unten weißer, unberührter schnee, links stumme felsen, rechts, weiter entfernt die silhouetten ausgezehrter, nackter bäume, die einen  Wald säumen. nichts bewegt sich, der zug und die zeit stehen sitll, in die landschaft eingegossen unter dem kalten hauch des winters. niemand träumt im zug von dem frühling, es wäre auch sinnlos, hoffentlich beginnt es nicht zu schneien. alle wollen nur eins, die nahende nacht im eigenen bett zu verbringen und dass man keine angst vor der kälte der nacht haben muss. im zug gibt es keine decken,  nichts zu essen, nur ungeduld, sorgen und das ungute gefühl, dass, wenn bald keine hilfe kommt, die ersten ihrer aggression freien lauf lassen werden; der zug ist voller menschen und ruhe bewahren, das muss man können, aber je kälter es wird, desto schwieriger wird es sein. niemand, der friert und hungrig ist, kann entspannt bleiben, eingehüllt in der kalten schneeluft einer dunklen winternacht.


©Sella Moll /2019
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zorn des windes


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der wind blies in die segel, das schiff verließ den hafen, der kalte stahl der reling in unseren händen, sommersonnenlicht in unseren augen. lachende, jubelnde gesichter, ein fröhlicher aufbruch, tanzende wellen umschmeichelten unsere träume. wir fuhren in die himmelsweite, vor uns neue tage, die nächte hinter uns, die träume in uns, ohne worte. dann regen und sturm, wind fuhr in die wellen schlugen höher, das wasser kam näher, leckte das deck wie gierige zungen nach nahrung lechzen und die furcht wuchs.

die angst machte uns stumm, der glaube, dass beten hülfe gegen den zorn des windes, gegen den zorn des meeres oder gegen den zorn des himmels — was hatten wir getan, dass es geschah, niemand wusste es, aber es war noch zeit um die träume endgültig über bord zu werfen, es konnte noch hilfe kommen ...


©Sella Moll /2019
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